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Formaldehyd, Lösemittel & Weichmacher vermeiden

Informieren Sie sich auf dieser Seite über:

  • Formaldehyd in Parkett
  • Weichmacher in Teppichen
  • Lösemittel und Hilfsstoffe in Farben

Belastung der Raumluft durch Chemikalien

80% der Lebenszeit verbringen Menschen im Durchschnitt in geschlossenen Räumen, davon einen Großteil in der eigenen Wohnung.

Die Belastung der Raumluft mit Schadstoffen spielt für die Gesundheit deswegen eine entscheidende Rolle.

Für die Gesundheit schädliche Stoffe werden in der Wohnung von Möbeln, Wandfarben & Tapeten sowie den Bodenbelägen abgegeben.

Wir möchten unsere Kunden dabei unterstützen, Wohngifte zu vermeiden und ihre Gesundheit zu schützen.
Deshalb bieten wir nach bestem Wissen und Gewissen für Ihre Gesundheit unbedenkliche Farben, Bodenbeläge und Naturbaustoffe an.

Bitte beachten Sie:
Wir garantieren, dass unser Parkett nur geringe Mengen an Formaldehyd enthält und aus europäischer Herstellung stammt.
Wenn Sie einen tatsächlich formaldehydfreien Bodenbelag für Ihre Wohnung suchen, empfehlen wir Ihnen, sich die Holzböden aus massiven Holzdielen in unserer Musterausstellung genauer anzusehen.

Wenn Sie hochwertige Möbel aus Massivholz suchen, empfehlen wir Ihnen die Holzmanunfaktur in Stuttgart.

Weichmacher und organische Verbindungen in Teppichen und Teppichböden

Der Teppichflor: Chemikalisch meistens unbedenklich, jedoch elektrostatisch aufladbar

Teppiche und Teppichböden aus synthetischen Materialien haben den Nachteil, dass sie sich elektrostatisch aufladen und Staub abstoßen. Dieser belastet die Atemluft und reizt die Atemwege, vor allem im Winter wenn die Schleimhäute ohnehin zu trocken sind und sich selbst schlechter reinigen können, und legt sich als viel zu schnell wiederkehrende Staubschicht auf Ihre Möbel.

Schaumstoff: Weichmacher in der Rückenschicht konventioneller Teppiche

Darüber hinaus geben synthetische Teppiche oft Giftstoffe an die Raumluft ab.
Diese stammen aber nicht aus dem synthetischen Teppichflor, sondern aus der Mittelschicht (das Tufting-Gewebe) und der Rückenschicht des Teppichs sowie den Teppichklebern.

Die Rückenschicht konventioneller Teppiche besteht oft aus Schaumstoff. Dieser ist elastisch, weil er sog. Weichmacher enthält.
Das Problem der Weichmacher, die auch in anderen flexiblen Kunststoffen wie z. B. Einkaufstüten, enthalten sind, besteht darin, dass die Weichmacher keine chemische Verbindung mit dem Material eingehen, dem sie zugesetzt sind. Die Weichmacher befinden sich zwischen den chemischen Bausteinen des Trägermaterials, ganz ähnlich den Luftbläschen, die sich in Schlagsahne befinden.

Im Laufe der Zeit wandern die Weichmacher durch das Material, wobei sie in die Randzonen gelangen und dann an die Raumluft abgegeben werden.

Für das Material bedeutet das, dass dieses spröde wird: Sicher kennen Sie das Phänomen alter Gartenstühle aus Plastik, bei denen die Oberfläche sandig wird und die dann auch leicht zerbrechen.
Für Sie bedeutet dieser Vorgang, dass Sie die Weichmacher, die aus solchen Materialien entweichen, einatmen.

Gefährlich sind Weichmacher deswegen, weil sie hormonähnlich sind, d. h. der Körper verwechselt Weichmacher, die Sie über die Atemluft eingeatmet haben, mit körpereigenen Hormonen und reagiert auf die Weichmacher so, wie er auf das entsprechende Hormon reagieren würde.
Tierversuche zeigen, dass Weichmacher in höherer Konzentration fruchtschädigend wirken können.

Unsere Naturteppichböden bestehen im Unterschied zu konventionellen Teppichen aus reiner Schurwolle und echtem Trägergewebe aus Jute, Baumwolle oder Hanf.

Diese Böden können Sie ohne Bedenken in Ihre Wohnräume intergrieren.

Teppichklebstoffe: Flüchtige organische Verbindungen

Im Hinblick auf Teppichklebstoffe sollte darauf geachtet werden, ob diese leichtflüchtige organische Verbindungen enthalten, sog. VOC.

Als Klebstoff für unsere Natur-Teppiche kommt bei uns ausschließlich Teppichkleber auf Basis von Naturlatex zum Einsatz, der keine flüchtigen organischen Verbindungen enthält, z. B. der Aglaia Teppichkleber.
Das Technische Merkblatt und die Zusammensetzung können Sie hier einsehen: Aglaia Naturteppichkleber Technisches Merkblatt.

Die ökologische Anti-Rutsch-Matte

Viele Teppiche können schwimmend verlegt werden.
Der Vorteil bei der schwimmenden Teppichverlegung ist, dass Sie vollständig ohne Klebstoffe auskommen, den Teppichboden leicht wieder entfernen können, z. B. bei einem Umzug oder zur Erneuerung des Teppichbodens und dass Sie den Teppich selbst verlegen können.

Zur Stablisierung des Teppichs bieten wir Ihnen eine ökologische Anti-Rutsch-Matte an, die aus mit Naturlatex behandelter Wolle besteht.

Lesen Sie mehr zu Schadstoffen in Teppichen:

Formaldehyd in Parkett, HDF-Platten und Vollholz

Formaldehyd Strukturformel

Bitte beachten Sie:
Wir sind ständig auf der Suche nach Informationen über den Formaldehydgehalt in Fertigparkett.
Sind kennen sich mit dem Thema "Formaldehyd" aus, möchten uns Informationen zukommen lassen oder informiert werden, sobald wir etwas neues in Erfahrung bringen? 
Bitte schreiben Sie uns dann eine E-Mail unter dem Stichwort "Formaldehyd Fertigparkett"!
Zum Kontakt-Formular

Formaldehyd in HDF-Platten

HDF-Platten bestehen aus feinen Holzfasern, üblicherweise rindenfreies Nadelholz, die mit Leim besprüht werden, auf ein Förderband fallen und dort verpresst werden. Durch die zufällige Ausrichtung der Holzfasern entsteht eine Holzplatte, die keine Vorzugsrichtung mehr hat, wie das bei natürlich gewachsenem Holz wegen seiner Maserung der Fall ist.
HDF-Platten entwickeln keine Zugkräfte wenn sie feucht werden, sie quellen nur insgesamt auf und zersetzen sich. Aus diesem Grund sind die HDF-Platten als Material für Fußböden beliebt:
Bei Parkett aus echtem Holz gehören Schwundfugen während der trockenen Heizperiode zum normalen Erscheinungsbild.

Problematisch an der HDF-Platte ist der Leim, der dort verwendet wird.
Meistens wird als Leim in HDF-Platten eine Kombination verschiedener Harnstoff-Formaldehyd-Harze verwendet.

Lesen Sie mehr zu Formaldehyd in Parkett:

Formaldehydmessung bei Parkett und Grenzwerte

HDF-Platten entsprechen den europäischen Normen E1 oder E2 für Holzwerkstoffe.

Die Luftbelastung wird in einem festgelegten Prüfkammerverfahren ermittelt:

Das Prüfkammerverfahren schreibt eine Beladung des Raumes mit 1m² Prüfstoff auf 1m³ Luft vor. Frischluft wird so zugeführt, dass in einer Stunde die Menge an Luft zugeführt wird, die sich in der Kammer befindet.

  • E0 bedeutet, dass bei der Produktion wurden keine formaldehydhaltigen Klebstoffe verwendet wurden.
  • E1 bedeutet eine Formaldehydkonzentration von < 0,1ppm = 0,000.000.1 oder max. 0,124 mg/m³.
  • E2 bedeutet eine Formaldehydkonzentration von 0,1ppm - 1,0ppm, also eine bis zu 10 mal höhere Konzentration als bei E1.

In der Praxis kann die Belastung der Raumluft jedoch höher sein, als im Prüfkammerverfahren.
Höhere Belastungen treten häufig dann auf, wenn die HDF-Platten durch Bohren oder Sägen beschädigt werden und auch, wenn in Zimmern wenig gelüftet wird oder die Räume durch moderne Wärme- und Schallschutzfenster bei geschlossenen Fenstern luftdicht abgeschlossen sind.

Lesen Sie mehr zum Formaldehydgehalt durch Parkett in der Raumluft:

Zu den Gesundheitsrisiken von Formaldehyd (Allergien, Carzinogen, etc.) können Sie sich auf Wikipedia informieren.

Formaldehyd in lebenden Organismen

Es ist wichtig auch hervorzuheben, dass Formaldehyd natürlicherweise in lebenden Organismen vorkommt, u. a. in Früchten und als Zwischenprodukt beim menschlichen Zellstoffwechsel.

Diese Tatsache wird oft benutzt, um die Gefahr, die von Formaldehyd ausgeht, zu verharmlosen.

Das Gegenteil ist richtig: Gerade weil Formaldehyd eine chemische Verbingung ist, die im Körper beim Zellstoffwechsel bestimmte Aufgaben übernimmt kann über die Atemluft eingeatmetes und so in die Blutbahn gelangtes Formaldehyd direkt in die Körperfunktionen eingreifen und diese stören.

Formaldehyd in Fertig-Parkett

IBR Zertifikat für Hain-Parkett, Schadstoffarmes Parkett

Auch in Fertigparkett ist Formaldehyd enthalten.
Fertigparkett besteht aus drei Schichten, der Nutzschicht, der Mittellage und der Gegenzugschicht. Diese drei Holzschichten sind mit sehr zugfestem Klebstoff miteinander verklebt, der i. d. R. auch Formaldehyd enthält.

Im Gegensatz zu den HDF-Platten, bei denen alle Holzspäne miteinander verklebt sind, wird beim Fertigparkett der Klebstoff nur an den Kontaktflächen zwischen den Holzschichten verwendet: Das sind zwei Kontaktflächen.
Der Klebstoffgehalt reduziert sich damit drastisch, ist aber dennoch vorhanden.

Informationen zum Formaldehydgehalt in Dreischicht Fertigparkett oder Zweischicht Fertigparkett sind online schwer zu recherchieren.

Um sich zu vergewissern, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden oder um Informationen zum Einsatzgebiet und evtl. besonderer Verarbeitungsauflagen zu erhalten, können Sie die Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik zu Rate ziehen.  


Die Zulassung beim DiBt bestätigt, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden.

  • Das Zertifikat des Baubiologischen Instituts in Rosenheim IBR verlangt 0,05mg/m³, also der halbe E1 Grenzwert.

Das Kork-Logo von Cortex

Bei der Suche nach Produkten, die höheren ökologischen und individuellen strengeren Anforderungen an die gesundheitliche Unbedenklichkeit entsprechen, können nur Qualitätssiegel der Wirtschaft helfen, die strengere Grenzwerte haben.

Ein Beispiel hierfür ist das KORK-LOGO oder die Zertifizierung des Instituts für Baubiologie in Rosenheim.

Das Kork-Fertigparkett der Firma CORTEX ist mit dem Kork-Logo ausgezeichnet. Dieses bestätigt, dass die strengeren Richtwerte eingehalten wurden und gibt darüber hinaus das tatsächliche Messergebnis an.
Formaldehyd konnte bei der verwedeten Messmethode bei dem Kork-Parkett "Symphony Plus" z. B. nicht nachgewiesen werden.

Formaldehydzertifikate nach E1 von COSMO-Parkett

Vorbildlich im Umgang mit dem Formaldehydgehalt ihres Parketts ist die Firma COSMO aus Italien.

Sie hat für einige Parkette Zertifikate veröffentlicht, die den Formaldehydgehalt angeben.

Das 15mm starke Fertigparkett von Cosmo unterschreitet die E1 Norm (<0,124mg/m³) und liegt bei 0,109mg/m³. Das 10mm starke Parkett von COSMO liegt bei 0,075mg/m³.

  • Das Zertifikat des Baubiologischen Instituts in Rosenheim IBR verlangt 0,05mg/m³, also der halbe E1 Grenzwert.

Zum Vergleich:

typische Formaldehyd Konzentration in ländlicher Luft 0,001 mg/m³
typische Formaldehyd Konzentration in Stadtluft 0,02 mg/m³
typische Formaldehyd Konzentration in Innenraumluft 0,02…0,06 mg/m³

Der Vergleich mit ohnehin belasteter Stadtluft zeigt nach unserer Einschätzung, dass die Formaldehyd-Konzentration, die von Fertigparkett abegegeben werden kann, die Formaldehydbelastung gegenüber unbelasteteter Luft deutlich übersteigt (das 3- bis 5-fache der Stadtluft).
Diese Werte stammen von COSMO, einem Parketthersteller, die seine Werte als Qualitätsbeweis freiwillig auf seiner Homepage veröffentlicht.

Bei Parkett, von dem keine Formaldehyd-Werte vorliegen, sollte auf keinen Fall ohne einen gültigen Nachweis angenommen werden, dass die Belastungen unter E1 liegen.

Formaldehyd entweicht über viele Jahre:

Wenn Sie sich für Fertigparkett entscheiden, sollte regelmäßiges Lüften, v. a. wenn das Parkett neu ist, zu Ihrer tägliche Routine gehören.

Formaldehyd in natürlichem Holz

Auch natürliches Holz gibt Formaldehyd ab. Diese Tatsache wird oft zur Verharmlosung des Formaldehydgehaltes anderer Holzwerkstoffe herangezogen.

Formaldehyd aus Holz entsteht hauptsächlich bei der industriellen Trocknung des Holzes durch sog. Thermolyse.
Holz, das natürlich trocknet, gibt aber ungleich weniger Formaldehyd ab: Die Kennwerte von natürlich getrocknetem Holz liegen meistens unter den bei Routineanalysen nachweisbaren Werten und erreichen nur Größenordnungen von 1/10 des E1-Grenzwerts.

Die Baubiologen Uwe Münzenberg und Jörg Thumulla kommen deswegen zu dem Ergebnis:

"Vollholz leistet somit keinen signifikanten Beitrag zu Formaldehyd-Belastungen in Innenräumen."

Toxikologische Bedeutung der Lösungsmittel bei Farben

Lösungsmittel lösen sich auch im menschlichen Körper

Lösungsmittel und Lösungshilfsmittel haben ein hohes gesundheitsschädigendes Potential:
Sie lösen sich leicht in Flüssigkeiten und sorgen dafür, dass andere Stoffe, die von sich aus nicht lösbar sind, in der Flüssigkeit gelöst werden.

Da der menschliche Körper zu ca. 50% aus Wasser besteht ist er eine Umgebung, die Lösungsmittel leicht aufnimmt.
Im Blut und den Körperflüssigkeiten können körperfremde leicht lösliche Stoffe, die beim Trocknen aus Farben und Lacken entweichen und über die Atemluft aufgenommen werden,  über die Beeinflussung des Stoffwechsels großen Schaden anrichten.

Ätherische Öle als Lösungsmittel in ökologischen Farben & Lacken

Nicht alle natürlichen Stoffe sind allein deswegen gesundheitsförderlich, weil sie in der Natur vorkommen:
Viele organische Stoffe, vor allem chemische Verbindung, die leicht verdunsten und aus diesem Grund auch vom Menschen über den Geruchssinn wahrgenommen werden, sind biologische Kampfstoffe der Pflanzen gegen Schädlinge.

Zum Beispiel schützt das Nikotin die Tabak-Pflanze gegen Insektenbefall. Auch Koffein ist ein pflanzliches Insektizid.

Die Lebewesen der Erde haben sich seit Jahrmillionen an die in der Natur vorkommenden chemischen Verbindungen, wie z. B. ätherische Öle der Pflanzen, anpassen können.
So kommt es, dass Säugetiere gegen die ätherischen Öle der Pflanzen unempfindlich geworden sind, so lange diese nicht in zu hoher Konzentration auf den Organismus einwirken.

Wer nach einem Regentag im Nadelwald spazieren geht, kennt den wohltuenden Geruch nach Tannen, der auf die ätherischen Öle der Bäume zurück zu führen ist - und das, obwohl sich die Nadelbäume mit diesen Substanzen vor Insekten schützen.
 

Solche ätherischen Öle sind neben Wasser die üblichen Lösemittel in echten Naturfarben, z. B. von Kreidezeit, Aglaia oder Auro.

Für Menschen mit Allergieproblemen gibt es spezielle Farben, die keine ätherischen Öle als Lösemittel enthalten, sondern andere dünnflüssige Öle. Solche Farben sind beim Auftrag zwar etwas schwieriger zu handhaben, da sie etwas dickflüssiger sind und langsamer trocknen. Sie sind für allergiegeplagte Menschen aber ein ideales Produkt.

Auf gute Lüftung achten

Auch viele natürliche Lösungsmittel haben in hoher Konzentration ein Gefährdungspotential für den Menschen. Es wäre fahrlässig, generell zu behaupten, dass die Lösungsmittel in Naturfarben während der Verarbeitung immer ungefährlich seien. Deswegen sollten Sie bei der Verarbeitung von Farben grundsätzlich immer auf gute Lüftung achten!
Besonders ätherische Öle, die auch in Duftölen verwendet werden und in kleinen Konzentrationen als wohlriechend empfunden werden, können in hohen Konzentrationen Kopfschmerzen und Schwindel verursachen.

Die chemische Zusammensetzung der Farben

Farben enthalten Bindemittel, Lösemittel, Farbstoffe und Hilfsstoffe (Details siehe unten).
Konventionelle Farben und Lacke bestehen aus extrem komplexen Mischungen verschiedenster chemischer Stoffe.

Wir meinen:
Je weniger verschiedene Komponenten ein Produkt enthält und je mehr Komponenten in einer langen Traditon bewiesen haben, dass sie unschädlich für die Gesundheit sind, desto sicherer ist das Produkt.

Deswegen ist die Liste der Inhaltsstoffe bei allen Naturfarben und Lacken, die wir verkaufen, kurz und übersichtlich - und wir stellen Ihnen die Volldeklaration unserer Produkte auf Wunsch immer zur Verfügung.

Systematische Zusammensetzung der Farben

Systematisch betrachtet bestehen Farben aus vier Komponenten:

  • Bindemittel
  • Lösemittel
  • Farbstoffe bzw. Pigmente
  • Hilfsstoffe

Diese Inhaltsstoffe der Farben werden im Folgenden für herkömmliche und natürliche Farben miteinander verglichen.

Bindemittel in Farben & Lacken

Bindemittel bleiben als Schicht (bei Naturprodukten als Öl und / oder Harz) auf der behandelten Oberfläche zurück und verbinden die Pigmente untereinander und den Anstrich mit dem Untergrund.

In ökologischen Farben kommen u. a. Bienenwachs, Carnaubawachs, Dammar, Holzöl-Standöl, Kiefernharz, Lärchenharz-Balsam, Leinöl, Milch-Casein, Rizinen- und Safflor-Standöl und Sonnenblumenöl zum Einsatz.

Herkömmliche Farben enthalten als Bindemittel u. a. Acrylharze, Alkydharze, Polyacrylat (PA) Polyvenylacetat (PVA).

Lösemittel in Farben & Lacken

Lösemittel lösen die Bindemittel, verdünnen die gesamte Mischung und bringen den Beschichtungsstoff so in eine verarbeitbare Konsistenz.

Die Lösemittel müssen nach dem Auftrag verdunsten und dabei den raschen Austritt der bei der Trocknung entstehenden Abspaltprodukte gewährleisten.
Hieraus ergibt sich für die Phase der Verarbeitung eine besonders hohe Belastung der Raumluft mit Lösemitteln.

Es gibt aber auch Lösemittel, die langsamer verdunsten und über Monate hinweg in die Raumluft übergehen.

Als natürliche Lösungsmittel in ökologischen Farben werden Wasser, Orangenöl, pflanzlicher Gärungsalkohol, hochreines und - relativ selten - rektifizertes Kiefern-Balsamterpentinöl.

Natürliche Aminseifen, Lecithine sowie pflanzliche Raps- und Rizinusöl-Tenside, zum Teil in Kombination mit natürlichem Borax, ermöglichen eine kombinierte Einarbeitung von pflanzlichen Bindemitteln in Wasser und so die Herstellung eines lösungsmittelfreien Naturharz-Gemisches.

In konventionellen Wand-Farben werden heute meistens keine Lösemittel außer Wasser eingesetzt. Die Wandfarben sind in dieser Hinsicht meistens gesundheitlich unbedenklich.
Sie enthalten aber oft Weichmacher und andere gesundheitsschädliche Beistoffe.

Konventionelle Farben für Holz und Metall sind dagegen nicht frei von Lösemitteln.
Besonders gefährlich sind dabei die aromatischen Kohlenwasserstoffe und die chlorierten Kohlenwasserstoffe.

Hilfsstoffe in Farben & Lacken

In Naturfarben finden sich entsprechend des ökologischen Rohstoffprinzips Aminseifen, mineralisches Borax, Eucalyptusöl, Gips, Kalzium-Kobalt-Zirkonium-Trockner, Lavendelöl, pflanzliches Lecithin, Milch-Casein, Quellton, Rosmarinöl, Weizenmehl und Zirbelkiefernöl als Hilfsstoffe.

In konventionellen Farben findet sich eine Fülle von chemischen Hilfsstoffen:
Trocknungsbeschleuniger (Sikkative), Antihautmittel, Emulgatoren, Antischaummittel, UV-Absorber, Verlaufsmittel, Benetzungshilfen, Anitabsetz- und Antiausschwimmmittel sowie Verdickungsmittel.
Häufig werden sogar Pilz- und bakterientötende Mittel (Fungizide und Bakterizide) als Topfkonservierer eingesetzt.

Konventionelle Wand-Farben sind seit einiger Zeit grötenteils lösemittelfrei. Das ist gut so, jedoch stellen die verschiedenen Hilfsstoffe, die in großer Zahl in konventionellen Farben eingesetzt werden, eine ernst zu nehmendes gesundheitliches Risiko dar.

Farbstoffe bzw. Pigmente in Farben & Lacken

Bei den sog. Farbstoffen handelt es sich um Stoffe, die nur bestimmte Lichtanteile des weißen Sonnenlichts reflektieren und deswegen farbig wirken. 

Es gibt mineralische Pigmente, wie sie z. B. in farbigen Steinen vorkommen, und organische Pigmente, die aus Kohlenstoffen und Metallen sowie Metalloxiden hergestellt werden.

Bei alten Anstrichen wurden schwermetallhaltige Verbindungen verwendet, die heute verboten sind. Diese Verbindungen sind sehr giftig und teilweise krebserregend.

Künstliche Farbstoffe, die in herkömmlichen Farben eingesetzt werden, sind aber auch heute aus ökologischer Betrachtung problematisch:
So können bei der Herstellung einer einzigen Tonne eines organisch-synthetischen roten Farbstoffes nicht weniger als neun Tonnen Abfallstoffe (Salze, Säuren, organische Abfälle) entstehen, die z. T. als hochgiftiger Sondermüll entsorgt werden müssen.

Für den Endverbraucher nachteilig ist, dass organische Farbstoffe durch Sonnenlicht zerstört werden:
Organische Farbstoffe bestehen in ihrer chemischen Struktur zum großen Teil aus Kohlenstoff. Einwertige Kohlenstoffbindungen sind aber nicht sehr stabil (weshalb Kohlenstoff in Form von Zucker und Stärke auch so leicht vom Körper bei der Verdauung zerlegt werden kann).
Der UV-Anteil des Sonnenlichts zerstört die organischen Farbstoffe und die Farbe bleicht aus.

Bei Farbanstrichen an der Hausfassade können Sie diesen Effekt bei vielen Häusern beobachten, wenn Sie die Sonnenseite mit der Schattenseite des Hauses vergleichen.

Mineralische Farb-Pigmente bleichen nicht aus, da die mineralischen Pigmente chemisch stabiler sind.

Solche mineralischen Pigmente setzen wir in unseren Naturfarben hauptsächlich ein.
Wegen der schönen Farbwirkung werden bei Lasurtechniken in manchen Fällen natürliche Pflanzenpigmente verwendet.

Im Innenraum an Wänden, die nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, ist die Verwendung von Pflanzenpigmenten im Hinblick auf ein Ausbleichen relativ unproblematisch.
Im konkreten Fall muss die lange Beständigkeit der Farbe gegen Ausbleichen und die Wichtigkeit eines bestimmten Farbton gegeneinander abgewogen werden.

Unproblematisch und ungiftig sind sowohl die natürlich vorkommenden mineralischen Erdfarben als auch die natürlichen Pflanzenfarben.